Die Hexenverfolgung – Missverständnisse und Mythen

Wenn die meisten Menschen heute das Wort „Hexenverfolgung“ hören, denken sie an das „finstere Mittelalter“.
An „weise Frauen“, die von grausamen und fanatischen Inquisitoren im Auftrag der Kirche gejagt wurden, um das uralte heidnische Heilwissen, das sie hüteten, auszulöschen.
Von 9 Millionen Opfern wird erzählt, die dem Wahn der Kirche zum Opfer fielen.

„Hexenjagd“ ist heute ein Synonym geworden für ungerechte Verfolgung von Menschen und eine Verurteilung, bei der die Angeklagten keine faire Chance bekommen, sich zu verteidigen.

Was aber ist tatsächlich dran an diesem Bild?
Wie sah die historische Realität hinter dem Wort Hexenverfolgung aus und wie unterscheidet sie sich von der verbreiteten Wahrnehmung dieser traurigen Epoche?

Zunächst ein „Disclaimer“ meinerseits:
Ich bin Atheist und kann als Privatperson weder mit dem Christentum im Allgemeinen, noch mit der katholischen Kirche im Besonderen sehr viel anfangen.

Trotzdem werde ich im folgenden mehreren Punkten widersprechen, die der katholischen Kirche heute in Zusammenhang mit der Hexenverfolgung häufig vorgeworfen werden.

Nicht, weil ich so ein großer Befürworter dieser Organisation bin, sondern weil es meine Überzeugung ist, dass JEDER einen Anspruch darauf hat, nur für die Verbrechen verurteilt zu werden, die er auch tatsächlich begangen hat.
Die zeitliche Einordnung

Das, was wir heute als „Hexenverfolgung“ bezeichnen, fand nicht primär im Mittelalter statt, sondern in der Frühen Neuzeit. Ihr Höhepunkt lag im 16ten und 17ten Jahrhundert und selbst im 18ten Jahrhundert kam es noch vereinzelt zu Verfolgungen.

Der Glaube an Schadmagie durch die Geschichte

Der Glaube an Magie und damit verbunden auch an die Anwendung von Magie zum Schaden Anderer ist Jahrtausende alt. Schon in den antiken Hochkulturen der Griechen und Römer stand Schadmagie unter Todesstrafe und auch bei den Germanen haben wir Hinweise auf ähnliche Gesetze.
Die Angst vor Hexen sowie deren Hinrichtung ist also nichts, was erst mit den abrahamitischen Religionen aufgekommen wäre.

Es gibt auch durchaus reichhaltige Quellen dafür, dass Menschen tatsächlich versuchten, anderen mit Magie Schaden zuzufügen.

Aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit haben wir sogar Schadmagie, die auf dem christlichen Glauben und auf christlichen Praktiken basiert!
Die bekanntesten davon sind die sogenannten „Fluchpsalmen“ oder das „Totbeten“, bei dem eine Totenmesse für jemanden gelesen wurde, der noch lebte.

Darüber hinaus gibt es Praktiken, die bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem haben, was die meisten Menschen sich dank Hollywood heute unter Voodoo vorstellen.

Auch das Anfertigen und Verwenden von Giften wurde oft als schadmagische Praktik verstanden.
Manche Forscher gehen sogar davon aus, dass die Bibelstelle 2.Mose 22:17 „Die Zauberer sollst du nicht leben lassen“ korrekt übersetzt eigentlich „Die Giftmischer sollst du nicht leben lassen“ lauten müsste.

Trotz dieser langen Tradition des Glaubens an Schadmagie sollte es aber bis zum Ende des 15ten Jahrhunderts dauern, bis die Angst vor angeblichen Hexen zu einer Massenhysterie wurde und zu einer unvorstellbar grausamen Verfolgungswelle führte.

Die Situation im Mittelalter

Tatsächlich war es ausgerechnet die Kirche, die während eines Großteils des Mittelalters entgegen dem Volksglauben lehrte, dass Magie nicht existiert und nur Gott Menschen die Fähigkeit verleihen konnte, Wunder zu wirken!

Seit dem späten 13ten Jahrhundert hatte die Kirche (nicht zuletzt durch die Lehren von Thomas von Aquin) ihre Haltung zur grundsätzlichen Möglichkeit von Schadzauberei zwar geändert und hielt sie nun, durch einen Pakt zwischen dem Zauberer und dem Teufel, grundsätzlich für möglich, für eine Verurteilung nach kirchlichem Recht waren allerdings sehr deutliche Beweise nötig.

Den Inquisitionsgerichten, die als neue Form kirchlicher Gerichtsverhandlungen im Zuge der Niederschlagung der Katharer-Rebellion eingeführt worden waren, wurde im 13. Jahrhundert auch die Untersuchung angeblicher Fälle von Schadzauberei übertragen.
Diese sollten aber nicht von sich aus, sondern nur auf Antrag tätig werden und einerseits untersuchen, ob hinter der angeblichen Magie tatsächlich ketzerische Praktiken steckten (Man vermutete, zurecht, dass es immernoch viele Gemeinden der Katharer und anderer Ketzerbewegungen im Untergrund gäbe), andererseits Personen, die sich als „Magier“ ausgaben, als entweder verrückt oder schlicht als Betrüger entlarven. Nicht zuletzt sollten sie Lynchjustiz durch einen aufgebrachten Mob verhindern.
Dass durch diese Aneignung der Zuständigkeit für eine Gruppe von Delikten, die bis dahin unter die Autorität weltlicher Gerichte gefallen waren, auch die juristische Machtstellung der Kirche gestärkt wurde, war natürlich ebenfalls ein willkommener Effekt.

Entgegen dem Bild, das man heute meist mit dem Begriff „Inquisition“ verbindet, waren diese Gerichte für ihre Zeit tatsächlich außerordentlich modern und bemüht, ein faires Urteil nicht auf Basis von Eiden und dem Leumund des Angeklagten, sondern auf der Basis rationaler Beweisführung zu fällen.

Bezeichnenderweise endete deshalb die überwältigende Mehrheit dieser kirchlichen „Hexenprozesse“ mit dem Freispruch der Angeklagten aus Mangel an Beweisen.

Der Hexenwahn der frühen Neuzeit – Ursachen und Ablauf

Das, was wir heute mit dem Begriff Hexenverfolgung verbinden, begann wie bereits gesagt erst ganz am Ende des Spätmittelalters:

Der Beginn der frühen Neuzeit war geprägt von klimatischen, wirtschaftlichen, politischen, rechtlichen und nicht zuletzt sozialen Veränderungen, die für die allermeisten Menschen eine deutliche Verschlechterung ihrer Lebensumstände bedeuteten.

Wie immer in Krisenzeiten suchten die Menschen nach einer einfachen Erklärung für die hochkomplexen Probleme, die sie belasteten und nach jemandem, dem man die Schuld an der Situation geben konnte.
Und wie immer fand man diese Sündenböcke unter den Außenseitern der Gesellschaft.

Juden, Arme, Fahrende und Behinderte… aber auch durchaus Menschen aus den mittleren oder sogar oberen Schichten der Gesellschaft, die sich Feinde gemacht hatten oder in Ungnade gefallen waren.
Wann immer der Frust der Menschen ein Ventil suchte, waren sie es, die von der wütenden Menge gejagd und für ihre angeblichen Verbrechen bestraft wurden.
Unter all diesen Gruppen kristallisierte sich aber bald eine besonders heraus: Die Hexen.

Gerüchte (oder wie man heute sagen würde: Verschwörungstheorien) über eine „Hexensekte“, die angeblich europaweit organisiert im Geheimen daran Arbeiten würde, den Menschen so viel wie nur irgend möglich zu schaden, verbreiteten sich rasch, nicht zuletzt durch das neue Medium des gedruckten Flugblattes.

Der Inquisitor Heinrich Kramer bekam vom Papst in den 1480ern den Auftrag, in Süddeutschland nachzuforschen, was an den Gerüchten dran sei und ob sich da eventuell unter dem Deckmantel der Hexerei eine Ketzersekte gebildet hatte, die eine Gefahr für die kirchliche Macht in der Region darstellte.

Als die örtlichen Machthaber zunächst jegliche Kooperation mit ihm verweigerten, erwirkte er 1484 von Papst Innozenz VIII. den Erlass der Bulle „Summis desiderantes affectibus“.
Dieser heute oft als „Hexenbulle“ bezeichnete Erlass stellte allerdings keinesfalls einen päpstlichen Auftrag für die Verfolgungen und Schauprozesse dar, die in den kommenden Jahrhunderten folgen sollten, sondern forderte lediglich die Fürsten und örtlichen Richter auf, Kramer bei seinem Auftrag nicht länger zu behindern.

Doch Kramer ging weit über seinen Auftrag und seine Kompetenzen hinaus.
Die von ihm gehaltenen Hexenprozesse brachen in jeglicher Hinsicht geltendes Recht und schließlich führten massive Proteste aus allen Schichten der Bevölkerung dazu, dass der Bischof von Innsbruck ihn des Landes verwies.

Bezeichnenderweise zog dieser drastische Schritt gegen Kramer keine Reaktion seitens des heiligen Stuhls nach sich, obwohl dieser erst drei Jahre zuvor auf passiven Widerstand gegen seine Untersuchungen noch mit einer hochoffiziellen päpstlichen Bulle reagiert hatte.
Scheinbar hatte Kramer die Unterstützung des Papstes verloren, nachdem Berichte von seinen Taten nach Rom gelangt waren.

Sein Hauptwerk, der 1487 geschriebene „Hexenhammer“ wurde später sowohl von der römischen als auch von der spanischen Inquisition als „unbrauchbar“ und „unrichtig“ abgelehnt.

Doch der Schaden war bereits angerichtet: Der Hexenhammer und andere ihm ähnliche Schriften waren durch den Buchdruck bereits weit verbreitet.
Dadurch, dass Kramer seinem Buch die Bulle von 1484 gewissermaßen als Vorwort und Widmung vorrangestellt hatte, erweckte er zudem bei vielen der Leser den Eindruck, das Werk sei mit ausdrücklicher Unterstützung und im Auftrag des heiligen Vaters entstanden.

In den nächsten 300 Jahren würden immer wieder einzelne Fürsten und kleine lokale Machthaber die Angst vor Hexen nutzen, um einerseits ein Ventil für die in der Bevölkerung aufgestaute Wut und Unzufriedenheit zu haben, sich andererseits als Helfer und Beschützer der einfachen Leute gegen die angebliche Bedrohung zu inszenieren und nicht zuletzt, um unliebsame Rivalen und politische Gegner loszuwerden.

Die dazu abgehaltenen Schauprozesse verstießen massiv gegen das weltliche wie kirchliche Recht ihrer Zeit, was von Gegnern und Kritikern der Verfolgung selbst zu deren Hochzeiten auch immer wieder betont wurde.
So gab es beispielsweise Ende des 16ten Jahrhunderts einen Kreis von Juristen und Theologen der Universität Tübigen, die sich massiv gegen die Hexenprozesse aussprachen, da diese sowohl theologisch Unsinn seien (Magie, so argumentierten sie, sei nicht ohne den Willen und die Duldung Gottes möglich), als auch regelmäßig grundlegende Regeln einer anständigen Gerichtsverhandlung verletzten (etwa, indem sie Menschen ohne ausreichende Beweise verurteilten, Zeugenaussagen von Menschen zu viel Glauben schenkten, die persönlich von einer Verurteilung der Angeklagten profitieren würden, oder die strengen Auflagen, die im römischen Recht für die Anwendung von Folter galten, ignorierten).
Zwischen 1615 und 1620 half der zu diesem Kreis gehörende Jurist Christoph Besold seinem Freund Johannes Kepler erfolgreich, dessen wegen Hexerei angeklagte Mutter zu verteidigen.

Insgesamt fielen dem Wahn zwischen 30.000 und 60.000 Menschen zum Opfer. Zwei Drittel bis drei Viertel davon Frauen.

Die Verfolgung verlief dabei sowohl zeitlich als auch räumlich extrem unterschiedlich.
Kurze Zeiträume, in denen große Zahlen angeblicher Hexen verurteilt und hingerichtet wurden, wechselten sich mit langen nahezu verfolgungsfreien Phasen ab.
Europaweit gilt hierbei die Zeit von 1580 bis 1630 und innerhalb dieser besonders die Jahre 1626 bis 1630 als Höhepunkt der Verfolgung.

Ebenso gab es einen starken Gegensatz zwischen Regionen mit starker Verfolgung und Regionen, in denen es kaum zu Hexenprozessen kam. Und das sowohl bei weltlichen als auch bei geistlichen Machthabern.
So gingen in Spanien und Italien etwa die spanische und römische Inquisition massiv gegen die Hexenverfolgungen vor, während zeitgleich die Bistümer Bamberg, Würzburg, Köln Mainz und Trier zu Zentren der Verfolgung wurden.
In den weltlichen Territorien beschlossen zum Beispiel in den 1560ern die Landesherren der Pfalz, von Nassau und von Jülich-Kleve-Berg, Hexenprozesse in ihrem Herrschaftsgebiet komplett zu verbieten, während die Niederlande, Thüringen, das Rheinland und die Schweiz zu den Gebieten mit den höchsten Opferzahlen zählen.

Wir sehen:
Unter den Tätern waren durchaus auch einige kirchliche Machthaber, wie etwa die Fürstbischöfe von Bamberg, die es auf diesem Gebiet im frühen 17ten Jahrhundert zu trauriger Berühmtheit brachten.
Anderswo bezogen gleichzeitig einzelne Kirchenmänner (wie etwa Friedrich Spee) aber auch kirchliche Institutionen wie die spanische und römische Inquisition offen Stellung gegen die Hexenverfolgung.

Davon, dass die Organisation Kirche als Gesamtheit den Hexenwahn unterstützt oder gar verursacht hätte, kann keine Rede sein.
Entgegen der modernen Vorstellung von der katholischen Kirche als einer monlithischen Organisation, in welcher der Papst absolute Autorität über jedes Mitglied hatte, war die Kirche des Mittelalters und der frühen Neuzeit ein durch und durch feudales Gebilde, in dem die einzelnen Bistümer teils immense Unabhängigkeit besaßen und die tatsächlichen Möglichkeiten des Papstes, seine Autorität effektiv durchzusetzen, sehr begrenzt waren.

Im Gegenzug dazu waren sowohl Martin Luther, als auch Johannes Calvin deutliche Befürworter der Verfolgungen, wobei in den folgenden 300 Jahren lange nicht jeder protestantische Landesfürst ihre Haltung zu diesem Thema teilen sollte.

Insgesamt lässt sich festhalten:
Der Hexenwahn fand weder im Mittelalter, noch auf Betreiben der Kirchenführung in Rom statt.
Die letzte überlieferte Hinrichtung einer Hexe in Europa geschah übrigens 1793 in Preußen. Nur 6 Jahre bevor Napoleon Bonaparte als erster Konsul die Herrschaft über Frankreich übernahm…

Im Kontrast dazu wurde in Köln Mitte des 15ten Jahrhunderts die Anklage gegen eine Frau wegen Hexerei mit der im so gennantern Turmbuch erhaltenen Begründung abgelehnt, wer glaube, Frauen würden nachts um Schornsteine fliegen, solle etwas weniger Wein trinken.

Neun Millionen weise Frauen

Oft ließt oder hört man in diesem Zusammenhang auch, die Opfer der Hexenverfolgung seien „weise Frauen“ gewesen, die geheimes heidnisch-germanisches Heilwissen gehütet hätten und dafür von der Kirche ausgelöscht worden seien.

Tatsächlich gibt es keinerlei Belege dafür, dass die Beschäftigung mit Medizin oder sonstiger Heilkunst irgendeine Rolle bei den Hexenprozessen gespielt hätte oder das Frauen, die sich mit Heilkunde beschäftigten, überdurchschnittlich oft der Hexerei angeklagt worden wären.

Entstanden ist dieser hartnäckige Mythos im 19ten Jahrhundert, einerseits als romantische Verklärung der heidnischen Germanen als edle und weise Vorfahren, andererseits als polemische Kirchenkritik.

In der Folgezeit und bis heute erfreute und erfreut sich dieses Narrativ großer Beliebtheit bei einer Vielzahl von Bewegungen aus allen Ecken des politischen Spektrums, für die die weisen Frauen eine Identifikationsfigur und/oder die katholische Kirche ein Feindbild darstellte, vom Nationalsozialismus über diverse moderne atheistische und/oder kirchenkritische Strömungen und Teile des modernen Feminismus bis hin zu Neoheiden und Esoterikern.

Ebenfalls hört man immernoch oft von angeblich neun Millionen Opfern, die die Hexenprozesse insgesamt gefordert haben sollen.
Diese Zahl, die nach heutigem Forschungsstand absolut nicht haltbar ist (wie weiter oben schon gesagt, wird aktuell von 30.000 bis 60.000 Opfern ausgegangen), basiert auf dem Quedlinburger Stadtsyndikus Gottfried Christian Voigt.
Im 18ten Jahrhundert, als die schlimmsten Zeiten der Hexenverfolgung vorüber waren und langsam die Aufarbeitung des Geschehenen begann, nahm er die Opferzahlen in Quedlinburg zwischen 1569 und 1598 zur Grundlage seiner Berechnung. Er verdoppelte die für diesen Zeitraum überlieferte Opferzahl, um der Möglichkeit einer großen Dunkelziffer Rechnung zu tragen (soweit durchaus nachvollziehbar).
Dann jedoch machte er den Fehler, zum einen davon auszugehen, die Verfolgung wäre an allen Orten und zu allen Zeiten in etwa so stark ausgeprägt gewesen, wie zu dem von ihm untersuchten Zeitraum in Quedlinburg (was, wie wir oben schon gesehen haben, nicht weiter von der historischen Realität entfernt sein könnte) und zum anderen anzunehmen, die Zeit der Hexenverfolgung habe nicht etwa 3, sondern ganze 11 Jahrhunderte angedauert, also schon im 7. Jahrhundert, statt ganz am Ende des 15ten begonnen.
Die Reaktionen anderer Gelehrter auf Voigts abenteuerliche Berechnung waren zunächst verhalten bis ablehnend. Jedoch entdeckten bald kirchenkritische Bewegungen die Zahl von neun Millionen verbrannten Frauen als wirkungsvollen Kampfbegriff gegen den Katholizismus.

Was bleibt

Die Geschichte des Hexenwahns ist ebenso kompliziert, wie sie schrecklich ist.

Es ist unfassbar wichtig, das komplexe Geflecht von Ursachen, dass zu der Verfolgung führte, die verschiedenen Umstände und Bedingungen, die sie begünstigten und deren gegenseitige Wechselwirkung zu erforschen und zu verstehen.

Denn wenn wir uns stattdessen mit einfachen Erklärungen für diese furchtbare Phase der Geschichte begnügen, die lediglich unsere schon vorhandenen Feindbilder bedienen, berauben wir uns letzlich der Möglichkeit, aus der Geschichte zu lernen und eine ähnliche Tragödie in Zukunft zu verhindern.

Zum Weiterlesen:

Ein hervorragendes Interview über das Thema Hexenverfolgung, die überraschende Herkunft einiger heute verbreiteten Mythen über das Thema und die Lehren, die wir heute daraus ziehen können.
https://www.cicero.de/kultur/finsteres-mittelalter-die-amtskirche-lehnte-hexenverfolgung-ab

Eine großartige Seite mit vielen fundierten Artikeln über die Geschichte der Hexenverfolgung, besonders in Kurmainz, aber auch insgesamt in Europa:
http://www.hexenprozesse-kurmainz.de/

Besonders diesen Artikel über die angebliche Verfolgung „Weiser Frauen“ durch die Kirche aufgrund uralten Heilwissens, das sie angeblich gehütet hätten, möchte ich sehr empfehlen:
http://www.hexenprozesse-kurmainz.de/rezeption/historiographie/19-jahrhundert/aufsatz-rezeption-der-hexenverfolgung-1920jh.html#c73278

Eine ganz hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die sich intensiv mit der Geschichte der Gewaltanwendung durch die katholische Kirche von Zwangsbekehrungen bis zur Bekämpfung von Häretikern beschäftigt und auch einen sehr lesenwerten Abschnitt zum Thema Hexenverfolgung beinhaltet.

https://www.philso.uni-augsburg.de/institute/philosophie/Personen/Lehrbeauftragte/neidhart/Downloads/KircheGewalt.pdf


Ein Artikel über den sehr skurrilen und erstaunlich weit verbreiteten Mythos, die Kirche hätte im Mittelalter massenweise Katzen töten lassen, weil diese mit Hexen in Verbindung gebracht wurden, damit ein anwachsen der Rattenpopulation verursacht, was wiederum verantwortlich für die hohen Opferzahlen der Pestpandemie gewesen sei:
https://historyforatheists.com/2017/04/cats-the-black-death-and-a-pope/

 

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