Mittelalterliche „UFOs“ – Magonia und die Wettermacher


Sie sind überzeugt, dass böse Verschwörer im verborgenen das Wetter manipulieren um gezielt Unwetter herbeizuführen.

Warum tun sie das? Ganz klar:

Sie werden von „Fremden“ in fliegenden Schiffen dafür bezahlt!

Diese Fremden verstecken sich mit ihren Schiffen nämlich über den Wolken und stehlen die während dieser Unwetter nur scheinbar vernichtete Ernte!

Klingt wie eine irre Verschwörungstheorie?

Irgendwas, das letzte Woche oder so beim goldenen Aluhut zu lesen war?

Nun, es ist tatsächlich eine irre Verschwörungstheorie… Aber eine aus dem 9ten Jahrhundert!

Erzbischof Agobard von Lyon beschreibt in seiner Chronik, dass die Leute eines Dorfes in seinem Gerichtsbezirk überzeugt seien, „(…) es gäbe ein Land, Magonia geheißen, von dem her Schiffe in den Wolken gefahren kämen, in denen die Feldfrüchte, die bei den Hagelschauern niedergeschlagen und durch Unwetter vernichtet werden, in jenes Land transportiert werden, wobei die Luftschiffer den Wettermachern ihren Lohn geben und das Getreide oder sonstige Feldfrüchte entgegennehmen.“

Dem Erzbischof wird diese Tatsache bekannt, als am Gerichtstag eine aufgebrachte Menge aus diesem Dorf 4 Fremde, 3 Männer und eine Frau, gefesselt vor ihn bringen, die angeblich aus einem der Luftschiffe gefallen sein sollen und ihre Steinigung fordern.

Agobard lässt den Rädelsführer der Dörfler verhören und schließlich gesteht dieser, dass die 4 Gefesselten einfach Reisende sind, die von den Dörflern nach einem Unwetter auf offener Straße aufgegriffen wurden.

Die Fremden wurden gehen gelassen und die Dorfgemeinschaft musste heftige Bußübungen und Strafzahlungen an den Bischof leisten.

Der ganze Eintrag in der Chronik ist erfüllt von der absoluten Fassungslosigkeit des Erzbischofs über den „Wahnsinn“ und die „abgrundtiefe Torheit“ dieser Leute.

Ich denke, wir können den Spruch „Die waren doch nicht blöd damals!“ getrost als widerlegt betrachten.

Die Menschen im Mittelalter waren offenkundig nicht mehr und nicht weniger dämlich, als wir heute auch.

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